Update: Montags könnt‘ ich kotzen!

Ankündigung Protestspieltag
20. September 2018
Sonderzug nach Wiesbaden
22. November 2018
Ankündigung Protestspieltag
20. September 2018
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22. November 2018

Hallo VfL-Fans,

viel ist in den letzten Tagen über das kommende Heimspiel gegen den KFC Uerdingen am Montagabend gesprochen worden. Leider stand dabei oftmals unser angekündigter Protest im Mittelpunkt der Diskussion und nicht der eigentliche Auslöser für diesen Protest: die Ansetzung eines regulären Spieltags am Montagabend. Wir wollen noch einmal daran erinnern: der eigentliche Skandal ist der Anpfiff am Montag, nicht unsere Kritik. Gäbe es diese unzweifelhaft fanfeindliche Ansetzung nicht, gäbe es auch keinen Protest – soweit klar und einleuchtend.

Wir begrüßen aber ausdrücklich, dass es im Zuge unserer Ankündigung auch zu diversen Diskussionen und kritischer Auseinandersetzung rund um die Ansetzung gekommen ist. Insofern haben wir bereits ein für uns wichtiges Ziel erreicht. Wir haben hierbei in der Sache viel Zuspruch von verschiedenen Seiten bekommen, wofür wir uns vorab schon einmal bedanken möchten. Dennoch gab es auch Kritik an unserem angekündigten Vorgehen.

Am vergangenen Mittwoch saßen wir dazu mit dem Trainer und den Kapitänen der Mannschaft zusammen und haben lange und ausgiebig diskutiert. Das glaubhafte und ernsthafte Interesse an unserer Kritik und dem Problem der Spielansetzung, der vermittelte gegenseitige Respekt, sowie die Reflexion über die eigene Position im Fußball-Business haben uns Respekt abgenötigt. Es wurde deutlich, dass die Problematik der fanfeindlichen Spielansetzungen uns alle, Fans wie auch Mannschaft, angeht.

Die zur Schau gestellte Ignoranz der anderen Verantwortlichen im Verein in der Sache und der Versuch, den legitimen Protest als Verrat an der Mannschaft darzustellen und so zu diskreditieren, stehen im krassen Kontrast zu dem aus dem Umfeld der Mannschaft erfahrenen Respekt.

Allein aufgrund des Gesprächs mit Trainer und Mannschaft und trotz der unwürdigen Media– Kampagne der letzten Tage haben wir uns dazu entschlossen, den von vielen als „Stimmungsboykott“ betitelten Protest am Montag auf die erste Halbzeit zu beschränken. In der zweiten Halbzeit wollen und werden wir gemeinsam mit dem Rest des Stadions durch die Decke gehen!

Unsere generelle Kritik an der Ansetzung bleibt natürlich vollumfänglich bestehen: Montagsspiele abschaffen!

 

 

 


Artikel vom 23.10.2018


Hallo VfL-Fans,

wie ihr wisst, stehen nun mit dem Heimspiel gegen den KFC Uerdingen am 05.11. und bereits kurz darauf mit dem Auswärtsspiel beim F.C. Hansa Rostock am 03.12. die ersten Montagsspiele des VfL an. Der Grund: Ein neuer Vermarktungsvertrag der 3. Liga mit der Telekom. Es ist euch sicherlich ebenso nicht entgangen, dass wir das scheiße finden. Hier nun kurz zu dem Warum und wie wir auf die Sache reagieren werden.

Uns steht’s bis hier!

Der Fußball steht an einem Scheideweg. Zugegeben, das tut er nicht erst seit der Einführung der Montagsspiele in der 3. Liga. Aber dennoch wird wohl an keinem anderen Ereignis der jüngeren Vergangenheit die Entfremdung von den Fußballfunktionären, die am Fußball verdienen und den Fußballfans, die den Fußball lieben, so deutlich wie an dieser Änderung. Jegliches Korrektiv, jeglicher Hauch von Interessenvertretung von Fußballfans, die ins Stadion gehen möchten, scheint aus den oberen Etagen der Verbands-, Vereins- und Wirtschaftsbosse verschwunden zu sein. Nun ist fraglich, ob dies jemals ausgeprägt dort zu finden war. Die Art und Weise wie jetzt abermals in der Sache „Montagsspiele“ über die im Vorfeld klar artikulierten Faninteressen hinweggegangen wurde, stellt allerdings zweifellos eine neue Dimension der Dreistigkeit dar. So sehr von organisierten Ultras, Fans und Fangruppen verlangt wird, Kompromisse einzugehen, sich einer zweifelhaften „Modernisierung“ und „Professionalisierung“ des Fußballs nicht zu verschließen, so rücksichtslos und ungehemmt gehen die Fußballfunktionäre mit den berechtigten Interessen von Fußballfans um. Wir sind der vielen warmen Worte satt. Gerade wenn diesen warmen Worten als Taten ausnahmslos der nackte Arsch ins Gesicht folgt.

Montags könnt‘ ich kotzen!

Soviel zum Generellen. Im Speziellen ist es einfach eine absolute Zumutung für nahezu alle Fans, die ihren Verein auch auswärts im Stadion sehen wollen, dies an einem Montag tun zu müssen. Die fadenscheinige Aussage des DFB, bei der Terminierung dieser Spiele „besonders sensibel“ vorzugehen, löst sich zudem gleich am ersten Montag, an dem der VfL auswärts ran muss, in Luft auf. Mit gut 400km zwischen Osnabrück und Rostock kann hier in keiner Weise von einer „fanfreundlichen“ oder „sensiblen“ Ansetzung die Rede sein. Abgesehen davon, ist der Spieltag bereits so hinreichend zerstückelt. Sei es der Freitagabend oder die diversen „englischen Wochen“.

Was wir dagegen tun?

Als Konsequenz werden wir die Montagsspiele nicht wie gewohnt aktiv in der Kurve begleiten. Wir werden nicht das schmückende Beiwerk für Live-Übertragungen sein, die in ihrer Entstehung, Ausgestaltung und Intention den Interessen von uns Fußballfans, die ins Stadion gehen wollen, fundamental entgegenstehen. Wir werden daher nicht die Stimmung koordinieren, oder diese akustisch oder optisch unterstützen. Dies gilt auch bereits für das erste Montagsspiel gegen den KFC Uerdingen. Wir rufen alle VfL-Fans dazu auf, sich unserem Protest anzuschließen. Denkt daran: auch wir sind bei Auswärtsspielen von dieser Regelung betroffen!

Die Mannschaft und das Trainerteam werden wir über unser Vorgehen informieren. Natürlich ist uns bewusst, dass es diese als quasi Unbeteiligte trifft und dass dies als unfair empfunden werden kann und wohl auch wird. Wir wissen auch, dass mit Uerdingen ein sportliches, mutmaßlich enges Topspiel ins Haus steht. Dennoch treten wir selbstverständlich auch und grade dann für unsere Prinzipien ein, wenn es weh tut. Denn wir haben noch Prinzipien. Und sind wir ehrlich: Würden die Vereine öfter tun, was sie sagen, müssten wir nicht schweigen. Diese Form des Protests ist wohl die schmerzhafteste für jeden Fußballfan, aber es erscheint uns in diesen Zeiten das letzte Mittel zu sein, um noch ein Umdenken herbeiführen zu können. Wir wissen, dass wir damit in der Fanszenen-Landschaft nicht alleine dastehen und hoffen darauf, dass sich möglichst viele VfL-Fans in dieser Sache solidarisch anschließen.